Das lange Warten!


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Das lange Warten!

Haben Sie schon einmal einen Wunsch über MEHR ALS 10 JAHRE gehabt?
Über 10 Jahre, manchmal über 15 Jahre lang…..? !!!!
Sie wünschen es sich so sehr – und DOCH können Sie nichts tun als abwarten…..
.....warten, warten und nochmals warten….so lange bis die Zeit gekommen ist!


Können Sie sich vorstellen, wie das ist, wenn Sie sich etwas wünschen, etwas, das Sie sogar kaufen könnten,
weil Sie über JAHRE sparen konnten/sparen MUSSTEN, denn es gab auch keinen Kredit……..
Sie haben also 13 bis 15.000 Mark (DDR Mark) zusammengespart – und können es trotzdem nicht kaufen,
da es nicht genug gibt….und Sie noch nicht an der Reihe sind ? !!!!!


Ich glaube, das können sich die wenigsten Menschen vorstellen!

Wovon spreche ich?
Ich rede davon, ein AUTO zu kaufen!

Zu DDR-Zeiten war das oben Geschilderte die „Normalität“ – man wartete im Schnitt 10 bis 15 Jahre auf ein eigenes Auto,
auf einen Trabant (genannt „Trabbi“) etwas weniger, auf einen „größeren“ wie Wartburg oder Skoda etwas länger.
Es gab auch „teurere“ und „andere Marken“, aber da dauerte der Import aus dem Ausland manchmal noch
zusätzlich einige Jahre.

Und so kam es, dass viele Leute schon eine Autoanmeldung (!) - auf den Namen ihrer Kinder (!) abgaben,
wenn diese noch ganz klein waren!
Das erhöhte die Wahrscheinlichkeit, in nicht allzu langer Zeit (das allein klingt schon grotesk!)
einen neuen Wagen zu bekommen, wenn der alte irgendwann - nach vielen Jahren – ausgedient hatte…..

denn dann war man ja vielleicht „endlich an der Reihe für einen Neuwagen“…..

Tja, es mag seltsam klingen, aber irgendwie schafften es die meisten Leute doch, sich einen „fahrbaren Untersatz“ – wie es
bei uns im Berliner Raum hieß – zu beschaffen.

2019 03 24 Für Das lange Warten Skoda 1

Und so wuchs auch ich in meiner Familie mit einem Auto auf – und ich kann mich deshalb heute an sehr schöne Ausflüge
innerhalb der DDR – zusammen mit meinen Eltern – erinnern.

2019 03 24 Für Das lange Warten Skoda 2


P.S. Auf dem Foto hier unten können Sie einen Trabant ("Trabbi" oder auch "Pappe" genannt aufgrund seines
"leichten" Materials) sehen. Es gab die Variante "600" und auch "601". 
Wir selber hatten niemals einen - mein Vater bevorzugte "Skoda" - aber unsere Verwandten waren
mit ihren Trabbis ganz glücklich.
Er fuhr auf der Autobahn nicht schneller als 80 km/h, auch mal 90 km/h bei "wenig Belastung"  d.h. "alleine im Wagen",
und bei 100 km/h fing er manchmal an zu Qualmen!
Aber: was man auch immer sagen mochte über den Trabbi - transportieren konnte man mit ihm ALLES, denn er hatte
für damalige Verhältnisse einen sehr großen Kofferraum!
Ganze Zelte, Schlafsäcke und Vorräte für 4-6 Personen (!) für einen Zelturlaub über's Wochenende haben wir mit ihm
transportiert (teilweise auch noch mit Dachgepäckträger) - und wir selbst passten auch noch mit hinein ;-))
Nun ja, Komfort gab es nicht - aber: man kam AN - und DAS war die Hauptsache!

2019 03 24 Für Das lange Warten Trabbi

****************Angelika Seel, Venlo März 2019****************